Professionalisierung der Littering-Bekämpfung

10 Jahre IG saubere Umwelt (IGSU)

Als Littering rund um die Jahrtausendwende frappant zunahm, fühlten sich Städte und Gemeinden oft hilflos. Erst nach und nach wurden die Ursachen grundlegend untersucht und Abwehrstrategien entwickelt. Die IG saubere Umwelt (IGSU) hat erheblichen Anteil an diesem Lernprozess. Als Schweizerisches Kompetenzzentrum gegen Littering unterstützt sie seit 2007 Städte, Gemeinden und Schulen. Ende Mai feiert sie ihr 10-jähriges Bestehen.

Die IGSU, das Schweizerische Kompetenzzentrum gegen Littering, feiert Geburtstag. Seit 10 Jahren setzt sie jedes Jahr 16'000 Stunden ein, um die Bevölkerung über Littering und Recycling aufzuklären. Gleichzeitig führt sie Studien und Umfragen durch. Durch die tägliche Arbeit hat sich die IGSU in den letzten zehn Jahren ein umfassendes Know-how im Bereich Littering und Recycling angeeignet. Dieses stellt sie Städten, Gemeinden und Schulen kostenlos zur Verfügung.
Die Institutionen schätzen und nutzen dieses Angebot. «Die zunehmende Mobilität, vermehrter Unterwegskonsum und steigende Bevölkerungszahlen machten Littering um die Jahrtausendwende zu einem echten Problem», weiss Nora Steimer, Geschäftsleiterin der IGSU. «Nach anfänglicher Ratlosigkeit setzten sich Städte und Gemeinden grundlegend mit dem Problem und den Ursachen auseinander und entwickelten Gegenmassnahmen. Die IGSU ist stolz, dass sie diesen Prozess bis heute mitbegleiten kann und massgeblich zur Professionalisierung der Littering-Bekämpfung beitragen konnte.»

Verhaltensänderung als Ziel
Charakteristisch für die IGSU ist, dass sie in ihren eigenen vielfältigen und kreativen Aktionen voll und ganz auf Sensibilisierung und die Verhaltensänderung der Menschen setzt. «Während beispielsweise Bussen nur wirken, wenn sie auch ausgesprochen werden, will die IGSU langfristige Wirkung erzielen», erklärt Steimer. «Dies ist nur möglich, wenn wir in der Bevölkerung eine Verhaltens­änderung erreichen.» Trotzdem, so fügt sie hinzu, können Bussen in bestimmten Situationen durchaus Sinn machen – entscheidend sei der richtige Massnahmen-Mix.
Mit ihrer Sensibilisierungsarbeit hat die IGSU dazu beigetragen, dass Littering in der Gesellschaft viel stärker und vor allem auch konstruktiver diskutiert wird als noch vor 20 Jahren. Viel mehr Menschen hinterfragen heute ihr Verhalten und ihren Ressourcenverbrauch. Vor allem aber hat die IGSU mitgeholfen, dass Städte und Gemeinden dem Littering selbstbewusster entgegentreten, weil sie Instrumente in der Hand haben, um Gegensteuer zu geben. Dies hat dazu geführt, dass heute die Litteringsituation stabil ist und dass sogar Tendenzen hin zu einer Verbesserung auszumachen sind.

Der Weg zum Schweizer Kompetenzzentrum
Entstanden ist die IGSU dank dem Engagement von drei Recycling-Organisationen: PET-Recycling Schweiz und die IGORA-Genossenschaft für Aluminium-Recycling gründeten sie im Mai 2007; ein Jahr später stiess VetroSwiss, die Organisation für Glasrecycling, als Mitglied dazu.
Die Absicht war, Städte, Gemeinden und Schulen im Kampf gegen Littering zu unterstützen. Die Aktivitäten begannen mit einer Plakatkampagne, mit Kino-Spots und zwei Botschaftern, die in Städten Passantinnen und Passanten ansprachen.
Die Botschafter gehören auch heute noch zu den wichtigsten Massnahmen gegen Littering. Jedes Jahr informieren rund 80 Botschafterinnen und Botschafter in über 40 Schweizer Städten und Gemeinden über Recycling und motivieren zum korrekten Entsorgen der Abfälle. Zudem besuchen sie regelmässig Schulen und führen Workshops durch. Bekanntheit erlangte die IGSU auch mit dem nationalen Clean-Up-Day, den sie seit 2013 jährlich organisiert und an dem jeweils über 400 Aufräumaktionen im öffentlichen Raum durchgeführt werden.

Zu den Partnern der IGSU zählen prominente Firmen wie beispielsweise Migros, Coop, McDonald’s Schweiz, 20Minuten oder Blick am Abend. Unterstützt wird die IGSU vom Bundesamt für Umwelt BAFU und von der Organisation Kommunale Infrastruktur OKI.

 

Interview

Nora Steimer, die IGSU feiert Geburtstag. Was hat sich in den 10 Jahren seit der Gründung in Sachen Littering getan?
Während Littering in den Nuller-Jahren stark zugenommen hatte, konnte die Situation in den letzten Jahren stabilisiert werden. Teilweise sind sogar Tendenzen hin zu einer Verbesserung erkennbar. Zurückzuführen ist diese Trendwende vor allem auf das grosse Engagement von Städten, Gemeinden und Schulen. Sie haben in den vergangenen Jahren gelernt, richtig auf die Litteringproblematik zu reagieren. Die IGSU ist stolz, dass sie als Kooperationspartner ihren Teil dazu beitragen konnte.
Die Professionalisierung in der Litteringbekämpfung hat auch dazu geführt, dass heute viel häufiger, konstruktiver und fundierter über Littering diskutiert wird. Dies stärkt die Sensibilisierung der Bevölkerung, was wiederum zu vermehrter Diskussion führt. Gewissermassen befindet sich diese Thematik in einer «Aufwärtsspirale».

In welcher Rolle sieht sich die IGSU und was hat sie damit in 10 Jahren erreicht?
Die IGSU hat sich in den letzten zehn Jahren ein umfassendes Wissen in den Bereichen Littering, Recycling und Sensibilisierung angeeignet. Dieses stellen wir kostenlos zur Verfügung. Viele Städte, Gemeinden und Schulen greifen darauf zurück und sind glücklich, eine kompetente Partnerin an ihrer Seite zu wissen.

Zu unserer Arbeit gehört es, dass wir selbst mit der Bevölkerung in Kontakt treten, um Littering, Abfall oder Recycling zu thematisieren. Wir wollen, dass die Schweizer Bevölkerung über Littering diskutieren und dass sie sich getrauen, ihre Wünsche in Bezug auf den Umgang mit dem öffentlichen Raum offen und ehrlich zu formulieren. Die Menschen sollen sich mit ihrem eigenen Verhalten auseinandersetzen und dieses hinterfragen.

Diesbezüglich haben wir sehr viel erreicht. Selbstverständlich gehören die Lorbeeren zu allererst den Städten und Gemeinden, die für den öffentlichen Raum verantwortlich sind. Aber die IGSU konnte mit ihrer Fachkompetenz erheblich dazu beitragen.

Schliesslich hat es die IGSU auch geschafft, dass Littering und seine Ursachen tiefgründiger und wissenschaftlich untersucht werden. So konnte sich beispielsweise die Erkenntnis durchsetzen, dass eben nicht nur ein paar unerzogene Jugendliche für das ganze Littering verantwortlich sind, sondern dass Littering ein gesamtgesellschaftliches Phänomen ist. 

Was wird sich in den nächsten 10 Jahren bezüglich Littering und Litteringbekämpfung verändern?
Ein wichtiger Grund dafür, dass wir heute mehr Littering haben als vor 30 Jahren, ist die hohe Mobilität und der damit verbundene Unterwegskonsum. Die Mobilität wird in Zukunft sicher nicht zurückgehen. Das heisst auch, dass Littering ein Thema bleiben wird. Die IGSU sieht es als ihre Aufgabe an, den bereits erkennbaren Trend zur Verbesserung der Situation weiter zu unterstützen und unsere Massnahmen weiterzuführen und zu erweitern: Im Moment setzen wir unsere Schwerpunkte auf Städte, ländliche Regionen, Berg- und Tourismusregionen sowie Strassen/Raststätten. Weitere Brennpunkte werden dazukommen.

Die Einstellung der einzelnen Konsumentinnen und Konsumenten lässt sich nicht von heute auf morgen ändern. Aber wir arbeiten daran – und ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit der Fortführung unserer Arbeit das Verhalten in Bezug auf die Abfallentsorgung nachhaltig beeinflussen und weiterhin Schritt für Schritt verbessern können.

 

Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt (IGSU) 
Die IGSU ist das Schweizer Kompetenzzentrum gegen Littering. Seit 2007 setzt sie sich national mit präventiven Sensibilisierungsmassnahmen für eine saubere Schweiz ein. Die Hauptträgerschaft der IGSU bilden die IGORA-Genossenschaft für Aluminium-Recycling, PET-Recycling Schweiz und VetroSwiss. Weitere Partner sind 20Minuten, Blick am Abend, Swiss Cigarette, McDonald’s Schweiz, Migros, Coop und International Chewing Gum Association. Diese engagieren sich daneben auch mit eigenen Aktivitäten gegen Littering und stellen beispielsweise zusätzliche Abfalleimer auf oder führen Aufräumtouren durch.
 

 

Medienkontakt

  • Nora Steimer, Geschäftsleiterin IGSU, Telefon 043 500 19 99, 076 406 13 86
  • Jorrit Bachmann, Projektleiter IGSU-Botschafter-Teams, Telefon 078 733 07 78

 

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