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IGSU-Studien

Nach Corona-Schock: Littering nimmt wieder ab

Nachdem die Littering-Situation in der Schweiz während der «Corona-Jahre» 2020 und 2021 angespannt war, wurde der Trend zur Verbesserung von vor der Pandemie 2022 wieder fortgeführt. Das zeigen die Ergebnisse der jährlichen Umfrage der IG saubere Umwelt (IGSU). 

In den vergangenen zwei Jahren schlugen viele Schweizer Städte und Gemeinden Alarm, die während der Lockdowns eine deutliche Zunahme des Litterings beobachtet haben. Die IGSU-Umfrage zeigt nun, dass sich die Situation nun wieder deutlich entspannt hat und sich der Trend hin zu einer Verbesserung der Littering-Situation fortsetzt.

Von Mai bis September 2022 befragten IGSU-Botschafter-Teams 2391 Passantinnen und Passanten in 34 Schweizer Städten und Gemeinden in allen Landesteilen zum Thema Littering. Gemeinsam mit Dr. Ralph Hansmann, Dozent für Nachhaltigkeitswissenschaften am Departement Umweltsystemwissenschaften der ETH Zürich, wurden die Antworten ausgewertet.

Nur 7.6 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass am Ort der Befragung «eher viel» oder «viel gelittert wird. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 8.6 Prozent. 79.9 Prozent finden hingegen, dass vor Ort «eher wenig» bis «wenig» Littering liegt; 2021 waren noch 79.3 Prozent dieser Meinung.

Auch auf die gesamte Schweiz gesehen, hat sich die Situation verbessert: Während 2015 noch 25 Prozent der Befragten der Meinung waren, dass in der Schweiz «eher viel» oder «viel» gelittert wird, waren es 2022 noch 19 Prozent. Dass sich die Situation verbessert hat, zeigt sich auch daran, dass sich dieses Jahr nur noch 28 Prozent der Befragten «eher stark» oder «stark» an Littering stören. Vor sieben Jahren waren es noch 75 Prozent, 2021 waren es knapp 50 Prozent.

Detaillierte Auswertung hier

Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) führte die IGSU in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich Studien zum Thema Raumpatenschaften durch. Mit Raumpatenschaften verpflichten sich beispielsweise Einzelpersonen, Schulen oder Unternehmen, herumliegende Abfälle in einem bestimmten Gebiet einzusammeln.

2015 wurden bestehende Beispiele unter die Lupe genommen wurden. Dafür wurden in einem ersten Schritt erste Voranalysen und Recherchen durchgeführt und auf deren Basis standardisierte Experteninterviews mit Organisatoren bestehender oder geplanter Raumpatenschaften in der Schweiz geführt. Es konnten wertvolle Informationen zur effektiven Planung und Umsetzung von Raumpatenschaften in der Praxis abgeleitet werden.
In der zweiten Studienphase wurde 2016 untersucht, wie sich Raumpatenschaften auf die Sauberkeit vor Ort auswirken und ob Hinweisschilder zusätzlich helfen, das Littering zu reduzieren und die Bevölkerung für das Littering-Problem zu sensibilisieren.

Aus den Erkenntnissen der Studie wurde einen Leitfaden für die effektive Realisierung von Raumpatenschaften in der Praxis abgeleitet. Mehr Informationen dazu: Hier

Download der Studie

Die IGSU führte in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich, Prof. Ralph Hansmann, und mit Unterstützung des Bundesamt für Umwelt (BAFU) ein wissenschaftliches Feldexperiment durch. Es wurde in der Realität untersucht, wie sich verschiedene Plakat-Slogans auf das Littering-Verhalten der Passanten vor Ort auswirken, um die subjektiven Befunde aus der Fragebogenuntersuchung (Mai 2014) mit objektiven Daten zu überprüfen. 

Das Feldexperiment besätigt: Der Einsatz von Plakate wirkt sich positiv auf das Littering-Verhalten der Passantinnen und Passanten aus. Das beste Resultat lieferten Plakate mit einer witzigen Botschaft sowie Plakate, die zur Schonung der Umwelt aufriefen. Am schlechtesten – aber immer noch klar besser als die Situationen ohne Plakat – schnitt das Plakat ab, das im Befehlston zur korrekten Entsorgung aufrief.

Download der Studie

In Zusammenarbeit mit der ETH Zürich, Prof. Ralph Hansmann, hat die IGSU eine Studie zur Wirksamkeit von Sensibilisierungsgesprächen durch IGSU-Botschafter-Teams und zum Erfolg verschiedener Plakat-Slogans durchgeführt.

Die Studie besätigt den Erfolg des Botschafter-Konzepts: Besonders zielführend für die Sensibilisierung der Littering-Problematik ist eine direkte Ansprache und ein freundlicher, witziger Kommunikationsstil. Diese Erkenntnisse, die auf einer Umfrage beruhen, werden in diesem Jahr zusätzlich durch eine Feldstudie vertieft.

Download der Studie

Die FehrAdvice & Partner AG untersuchte im Auftrag von IGSU, IG DHS und McDonald's Schweiz das Littering in der Schweiz. Die 2014 veröffentlichte Studie hat den Titel «Littering in der Schweiz – Studie zur Wirksamkeit von Massnahmen unter Berücksichtigung verhaltensökonomischer Erkenntnisse».

Die Studie untersucht – auf Basis von wissenschaftlicher Evidenz – erstmals den Einfluss von verschiedenen Kontexten auf das Littering-Verhalten. Das Hauptinteresse der Studie gilt dabei insbesondere der Frage, ob eine generelle gesellschaftliche Norm zu littern existiert oder ob vielmehr das soziale Umfeld, der jeweilige Ort oder die Tageszeit sowie auch individuelle Eigenschaften das Littering-Verhalten bestimmen. Darüber hinaus wird die Wirksamkeit von aktuell diskutierten Massnahmen zur Eindämmung des Litterings in der Schweiz untersucht und mit wissenschaftlicher Evidenz beurteilt. 
Weitere Informationen und Download der Studie auf der Website von Littering in der Schweiz.

www.littering-schweiz.ch