Gerlafingen macht Littering den Garaus


Mit Handschuhen und Abfallsack streifen Katharina und Daniel Baschung seit vergangenem Herbst durch ihre Strasse: Im Rahmen des neuen Raumpatenschafts-Projekts von Gerlafingen sammeln sie und sechs weitere Raumpaten regelmässig herumliegenden Abfall ein. Zum Start der Litteringsaison sucht die Gemeinde nun weitere Helferinnen und Helfer.

 

Seit Herbst 2019 geht es dem Littering in Gerlafingen an den Kragen. Nach der Installation von mehr Abfallkübeln und einer Teilnahme am IGSU Clean-Up-Day hat die Gemeinde im Herbst 2019 ein Raumpatenschafts-Projekt gestartet. Mittlerweile zählt das Projekt bereits sieben Raumpaten, die regelmässig in bestimmten Gebieten herumliegenden Abfall einsammeln, sowie weitere freie Abfallsammler, die in der ganzen Gemeinde unterwegs sind. Die Schule von Gerlafingen übernimmt die Raumpatenschaften aller Schulzentren: Im Turnus befreien die verschiedenen Schulklassen das Schulareal von Littering. Auch die beiden Einwohner Katharina und Daniel Baschung kümmern sich um ein Gebiet: Seit November 2019 pflegen sie die rund 250 Meter lange Sonnenfeldstrasse, an der sie wohnen. «Als wir von dem Projekt gelesen haben, war für uns schnell klar, dass wir uns auch beteiligen möchten», erinnert sich Daniel Baschung.

 

Der Gemeinde etwas zurückgeben

Das Ehepaar wohnt seit 2009 in Gerlafingen und fühlt sich hier wohl. «Gerlafingen ist ein schöner Ort zum Wohnen, hier ist man der Natur nahe und hat zum Teil sogar Sicht auf die Alpen», schwärmt Baschung. Zu diesen Qualitäten müsse man Sorge tragen. Zudem sei die Raumpatenschaft eine gute Möglichkeit, der Gemeinde etwas zurückzugeben. «Wir sind pensioniert und haben Zeit, einen kleinen Beitrag für das Gemeinwohl und die Natur zu leisten», so Baschung. Deshalb suchen er und seine Frau die Strasse einmal pro Woche nach Abfallgegenständen ab. Ein Einsatz dauere in der Regel etwa eine halbe Stunde. Es sei wichtig, dass das Gebiet überschaubar sei, damit man den Aufwand bewältigen könne. «Nicht, dass es zu einer grossen Belastung wird und man nach zwei Monaten damit aufhört», erklärt er. Auf ihren Aufräum-Touren füllen die Baschungs jeweils ein kleines Säckchen mit allerlei Kleinabfall, darunter Getränkeverpackungen und zahlreiche Zigarettenstummel. «Vor allem bei den Parkplätzen sieht man deutlich, wer raucht, bevor er ins Auto steigt», verrät Baschung.

 

Littering kennt kein Alter

Nicht nur die Zigarettenstummel lassen Daniel Baschung darauf schliessen, dass vor allem Erwachsene littern: «Ich sehe viele Kinder an der Strasse, sie lassen aber kaum Abfall fallen.» Das sieht auch der Gerlafinger Gemeindepräsident Philipp Heri so. «Die Schülerinnen und Schüler in Gerlafinden sind gut sensibilisiert», freut er sich. «Es littern aber nicht nur Erwachsene, sondern auch Jugendliche, die die Schule abgeschlossen haben.» Sobald das Wetter wärmer werde, würden sich diese im Freien treffen und Abfall hinterlassen. Er hofft, dass das Engagement der Raumpaten auch bei ihnen ein neues Bewusstsein für die Littering-Problematik schafft. «Wenn jemand anderes den Abfall freiwillig beseitigt, den man selbst hinterlassen hat, führt das meistens zu einem schlechten Gewissen», weiss Heri. Auch Daniel Baschung hofft, dass seine Einsätze etwas bewirken. «Obwohl ich jeweils versuche, möglichst keine Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, werde ich hin und wieder auf das Abfalleinsammeln angesprochen», erzählt er. So komme man mit Menschen in Kontakt, die zwar in derselben Strasse wohnen, die man vorher aber noch nie gesehen habe.

 

Kleiner Aufwand, grosse Wirkung

Für eine erste Bilanz des Raumpatenschafts-Projekts sei es noch zu früh, so Philipp Heri. Trotzdem möchte er das Projekt bekannt machen und weiterentwickeln. Im März wurde bei der Gemeinde eine neue Stelle für Standortmarketing geschaffen, die unter anderem das Raumpatenschafts-Projekt vorantreiben soll. Bisher sei das Projekt aber kein grosser Aufwand gewesen. «Die Gemeinde hat sich auf der Webseite www.raumpatenschaft.ch registriert und die Bevölkerung danach auf verschiedenen Kanälen über das Projekt informiert», so Heri. Nun hofft er, dass sich zu Beginn der Litteringsaison weitere Menschen oder Organisationen als Raumpaten engagieren. Er betont: «Eine Raumpatenschaft eignet sich nicht nur für Familien mit Kindern oder Pensionäre, auch Vereine oder Unternehmen können sich um ein Gebiet kümmern und so zeigen, dass ihnen die Umwelt und ein sauberes Dorfbild am Herzen liegen.»

 

Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt (IGSU)
Die IGSU ist das Schweizer Kompetenzzentrum gegen Littering. Seit 2007 setzt sie sich national mit präventiven Sensibilisierungsmassnahmen für eine saubere Schweiz ein. Eine der bekanntesten Massnahmen der IGSU ist der nationale Clean-Up-Day, der dieses Jahr am 11. und 12. September stattfinden wird. Die Trägerschaft der IGSU bilden die IGORA-Genossenschaft für Aluminium-Recycling, PET-Recycling Schweiz, VetroSwiss, 20Minuten, Swiss Cigarette, McDonald’s Schweiz, Migros, Coop, Valora und International Chewing Gum Association. Diese engagieren sich daneben auch mit eigenen Aktivitäten gegen Littering und stellen beispielsweise zusätzliche Abfalleimer auf oder führen Aufräumtouren


Sie wollen sich als Raumpatin oder Raumpate gegen Littering engagieren oder ein eigenes Raumpatenschafts-Projekt organisieren? Informieren Sie sich unter www.raumpatenschaft.ch über Ihre Möglichkeiten und nehmen Sie Kontakt zu uns auf.


Medienkontakt

  • Nora Steimer, Geschäftsleiterin IGSU, Telefon 043 500 19 91
  • Philipp Heri, Gemeindepräsident von Gerlafingen, 032 674 44 54

 

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